Fakt
ist, dass am 15. Mai 1948, dem Tag
der Staatsgründung Israels, bereits
mehr als 350 000 PalästinenserInnen
in mehreren ethnischen Säuberungswellen
vertrieben worden waren, also etwa
die Hälfte der rund 750 000 palästinensischen
Vertriebenen insgesamt.
Abed Allah Ahmad Imar -
Azzun Atma: Jahrzehnte des Widerstands
gegen Landbeschlagnahme und Siedlungen
Stimmen aus Palästina, The Grassroots
Palestinian Anti-Apartheid Wall Campaign
Mar 13, 2005 -- Abed Allah ist mit der
Verantwortung für den Schutz des Landes
seiner Gemeinde und im Widerstand gegen
die Siedlungen sechzig Jahre alt
geworden. In Zusammenarbeit mit den Land
Defense Committees kämpft Abed Allah
seit den achtziger Jahren gegen die
Beschlagnahme palästinensischen Landes
durch die Besatzungsmacht. Diese hatte
Mitte der achtziger Jahre 86 dunum
(86000 qm) vom Land Abed Allahs Familie
für den Bau der israelischen Siedlung
Sha'are Tiqva beschlagnahmt. Im letzten
Jahr hat das Dorf Azzun durch den Bau
der Apartheidmauer noch mehr Land
verloren. Hier sein Bericht: [weiter]
.. Auf Afrikaans, der Sprache der
holländischen Siedler in Südafrika,
bedeutet „Apartheid“ „Trennung“,
„getrennt halten“. Die Apartheidpolitik
war theoretisch davon bestimmt, die
Rassen getrennt zu halten, aber in der
Praxis diente sie dazu, die Schwarzen
aller ihrer Rechte zu berauben. Bei der
Ausführung dieser Politik hielt das
rassistische Regime den größten Teil der
schwarzen Bevölkerung in Reservaten, wo
ihnen eine Scheinautonomie gegeben
wurde. Solch eine Enklave wurde
offiziell Bantu-Homeland genannt, nach
dem schwarzen Bantuvolk in Südafrika. So
entstand der ekelhafte Name „Bantustan“.
Man kann leicht Ähnlichkeiten zwischen
den Bantustans und den Enklaven
feststellen, in die Ariel Sharon die
Palästinenser im Laufe seiner
„einseitigen Schritte“ einzusperren
beabsichtigt. Die durch die Westbank
laufende Route der „Trennungsbarriere“
schafft einige Dutzend größere und
kleine palästinensische Bantustans.
Deshalb mag die Mauer sehr wohl
Apartheid-Mauer genannt werden, da ja
Trennung und Apartheid fast dasselbe
bedeuten.
Die Wirklichkeit in den besetzten
palästinensischen Gebieten ist in vielen
Hinsichten der Realität des
Apartheidregimes ähnlich. Da gibt es
(gute) Autobahnen (nur) für Siedler und
Soldaten und andere ( schlechte) Straßen
für die Palästinenser; die
Kontrollpunkte und Straßensperren, wo
Palästinenser aufgehalten werden,
während Israelis frei passieren können,
passen in dieses Bild.....
mehr
>>>
Du sollst nicht wohnen
Um die Zerstörung der Städte während der
Kriegshandlungen im ehemaligen
Jugoslawien zu beschreiben, hat der
Architekt Bogdan Bogdanovich den Begriff
"Urbanizid" geprägt. Was in Palästina
auffällt, ist die Gewalt gegen das Land,
gegen das Territorium. Ruinen, so weit
das Auge reicht, verwüstete Hügel,
abgeholzte Bäume. Zerfetzte
Landschaften. Offenbar gezielt
unkenntlich gemacht, nicht nur durch
Krieg und Bomben und die Spur der
Panzer, sondern sorgfältig und mit
Fleiß. Eine Gewalt nach Planquadraten.
Längst haben Beton und Asphalt diese
Kulturlandschaft verschandelt, die zu
den schönsten der Welt gehörte. Die
Hügel sind zerschnitten durch
"Umgehungsstraßen", die den sicheren
Zugang zu den israelischen Siedlungen
gewährleisten sollen; rechts und links
dieser Trassen wurden Häuser abgerissen,
Olivenhaine abgeholzt, Orangenplantagen
zerstört, nur um das Sichtfeld zu
verbessern. Nun erstreckt sich hier ein
Niemandsland, von Wachtürmen überragt.
Und die Planierraupen am Straßenrand
erscheinen plötzlich so kriegswichtig
wie die Panzer. Nie zuvor ist mir eine
einfache Baumaschine derart als Symbol
eines umfassenden Zerstörungswillens
vorgekommen. Die Brutalität der
Planierraupen.
mehr >>>
Israelische Besatzungskräfte hinderten
Palästinenser daran, Tore der Grenzabsperrung
zu passieren, um auf ihren Bauernhöfen
zu arbeiten, berichtete ein Aktivist
für Menschenrechte.
Khalid Yassin aus dem Ramallah-Menschenrechtszentrum
äußerte am Dienstag gegenüber Al-Jazeerah,
dass seit Schließung des Tores 46 am
04. Juli die Bauern aus dem Westbankdorf
Mas’ha von ihren Anwesen quasi verbannt
worden sind.
„Der Zugang war immer schwierig – israelische
Soldaten erlaubten den Zutritt nur einige
Male pro Tag. Aber nun haben die Besatzungskräfte
das Tor für immer verschlossen, obwohl
das Vieh auf die Weiden müsste, und
man sich um die Ernten kümmern sollte.
Eine Olivenernte im November und Dezember
wird unmöglich sein“, meinte Yassin.
Keinerlei Zugang
Yassin fügte hinzu, dass weitere Tore,
wie etwa das Tor 45, mehr als 1 1/2
Jahre lang geschlossen waren, und dass
die Bauern keinen realisierbaren Zugriff
auf ihr eigenes Land gehabt hätten oder
irgendjemanden hätten informieren können,
der auf der anderen Seite der Mauer
Zugang gehabt hätte.
„Soldaten sagten den Leuten aus
Mas’ha, sie sollten Tor 48 benutzen
– das bedeutet 11 km Fußmarsch! Ist
es zumutbar, von Bauern zu erwarten,
dass sie täglich 44 km laufen, nur um
auf ihre eigenen Anwesen jenseits der
Mauer zu gelangen? Wie dem auch sei,
sie werden nicht die richtigen Passierscheine
haben, um durch Tor 48 zu gehen – und
werden fast keine Chance haben, sich
einen zu beschaffen“, schloss Yassin.
Antwort dauert
Aljazeera.net kontaktierte Israels Bezirksorganisationsamt
in Qalqilya, die Zivilverwaltung und
einen Sprecher der israelischen Besatzungskräfte,
um eine Erklärung für die Schließung
von Tor 46 zu erhalten.
Niemand konnte unmittelbar darauf antworten.
Die Trennmauer wurde im September
2003 durch das palästinensische
Dorf Mas’ha gebaut.
Die Wohn- und Gewerbegebiete landeten
auf einer Seite, 92 % (oder 5700 Dunams,
wobei 1 Dunam = 1000 m² sind) Ackerland
auf der anderen.
13.07.2005, Übers. v. Gabriele Al Dahou
Flüchtlinge
57. Jahrestag
der Katastrophe 'Al Nakba'. Im Mai 1948 zwingen israelische
Truppen die Palästinenser dazu,
ihre Dörfer und Städte zu verlassen.
- (PMC, 14.05.05).
Ein Kernproblem des israelisch-palästinensischen Konflikts liegt
in der bis heute ungelösten Flüchtlingsfrage.
Weltweit gibt es inzwischen mehr als
5 Millionen palästinensischer Flüchtlinge,
dies entspricht 18% aller Flüchtlinge
überhaupt.
… zu Massaker an Arabern während
des 1948er Krieges
Guy Ehrlich
Das einzige Massaker, das in
israelischen Geschichtsbüchern
auftaucht, ist das von Deir Yasin.
Vielleicht weil die Verantwortung hier
bei ETZEL lag. In verschiedenen
israelischen Büchern und
Zeitungsartikeln finden sich zwar
Berichte zu mehreren Dutzend Fällen,
diese sind allerdings recht
oberflächlich. […]
(Ariyeh) Yitzhaki Dozent war Dozent für
Militärgeschichte und Militärtaktik
innerhalb der Offiziersausbildung der
israelischen Armee. In den späten 60er
Jahren leitete er die israelischen
Militärarchive im Rahmen seines Dienstes
in der Geschichtsabteilung der Armee. Er
sammelte sämtliche Aussagen und
Dokumente zum Thema, die er finden
konnte, und wartete auf den richtigen
Moment, um sie zu veröffentlichen.
‚Dieser Zeitpunkt ist nach einer
Generation jetzt gekommen‘, sagte er.
‚Wir können nun diesen unendlichen
Lügen, mit den wir aufgewachsen sind,
ein Ende bereiten. In nahezu jedem
arabischen Dorf, das während des
Unabhängigkeitskriegs besetzt wurde,
wurden Kriegsverbrechen begangen: Mord,
Massaker, Vergewaltigungen. Ich glaube,
dass letztendlich diese Dinge ans
Tageslicht kommen werden. Die Frage ist,
wie wir damit leben können.‘
Yitzhaki zufolge wurden während des
Unabhängigkeitskriegs mindestens 20
große Massaker (50 Ermordete pro
Massaker) und über 100 kleine Massaker
(an Individuen oder kleinen Gruppen) an
Arabern verübt. Diese Massaker hatten,
so Yitzhaki, einen direkten Einfluss auf
die Fluchtwellen von Arabern aus dem
Land. Für viele Israelis war es einfach,
der falschen Erklärung Glauben zu
schenken, die Araber würden auf Befehl
ihrer Führer das Land verlassen. Das ist
eine Lüge. Der Hauptgrund für die
Fluchtbewegung lag in der Angst der
Araber vor der israelischen Gewalt
begründet, die durchaus reell war. In
nahezu jedem Bericht in den israelischen
Militärarchiven zur Besetzung arabischer
Dörfer von Mai bis Juli 1948, dem
Höhepunkt der Konfrontation mit
arabischen Dorfbewohnern, finden sich
Hinweise auf Massaker.
Der Geschichtsforscher Uri Milstein, der
in Israel als Mythenentzauberer gefeiert
wird, bestätigt nicht nur die
Einschätzung Yitzhakis zum Umfang der
Massaker, sondern geht sogar noch
weiter. „Wenn Yitzhaki behauptet, dass
es in fast jedem arabischen Dorf Morde
gegeben hat, dann sage ich, dass bis zur
Gründung Israels jede Kampfhandlung in
einem Massaker an Arabern endete.
Massaker an Arabern hat es zwar in allen
israelischen Kriegen gegeben, ich
allerdings hege keinen Zweifel daran,
dass der Unabhängigkeitskrieg der
dreckigste war.“ […]
Ha’ir, Tel Aviv, 06.05.1992. Aus dem
Hebräischen von Israel Shahak. Aus dem
Englischen von Nora-Elise Beck.
2006
-
Zum 58.Jahrestag der palästinensischen
Katastrophe - al Nakba Jedes Jahr wird der 14.Mai 1948 von Israelis
als Freudentag ihrer Staatsgründung
gefeiert. Für Palästinenser aber
bedeutete die Umwandlung eines
mehrheitlich arabischen Landes in
einen mehrheitlich jüdischen Staat
"die Katastrophe": al Nakba.. mehr..
Israelische Neue Historiker wie Ilan Pappe
sprechen von ethnischer Säuberung,
denn von insgesamt
etwa 900.000 im
zukünftigen Staat Israel lebenden
Palästinensern verloren damals
750.000 durch Flucht und Vertreibung
ihre Heimat, über 400 ihrer Dörfer
wurden dem Erdboden gleichgemacht,
Gesetze enteigneten die "abwesenden"
Palästinenser und machen sie, bis
heute, mit über 5 Millionen
Flüchtlingen zur weltweit größten
Flüchtlingspopulation, denen Israel
ihr, gemäß Völkerrecht und
UNO-Resolution 194 bestätigtes,
Rückkehrrecht verweigert.
Vor
1948 besaßen oder kontrollierten die
Palästinenser über 90 Prozent des
Landes im ehemaligen Mandatsgebiet
Palästina. Heute, nach
Fertigstellung des geplanten
Grenzwalls und der israelischen
Annexion des Jordan-Tals, des
Großraums Jerusalem, sowie größerer
Siedlungsblöcke, bleiben den
Palästinensern etwa 12 Prozent des
ehemaligen Mandatsgebiet Palästina,
in 4 voneinander getrennten
Kantonen, deren Grenzen, Wasser und
Luftraum von Israel kontrolliert
werden. Das ist die Homeland-Politik
der südafrikanischen Apartheid
Regierungen, aber keine
"Zwei-Staaten-Lösung".
Bei
Südafrika half die Weltgemeinschaft
durch Boykotte und Sanktionen zum
Ende der Apartheid beizutragen. In
Israel/Palästina haben die
Palästinenser dasselbe Anrecht auf
einen gemeinsamen Staat mit gleichen
Rechten für all seine Bürger und
Flüchtlinge. Damit der 14.Mai ein
gemeinsamer Freudentag wird.
Das
Jahr 1948 im palästinensischen Kollektiv:
Die
„Nakba“ (Katastrophe) -
von Samira Mazouz-Eikenberg
-
Nicht
nur realpolitische Fragen, sondern auch
das Thema der „Erinnerung“ spielt im
israelisch-palästinensischen Konflikt
eine bedeutende Rolle. Die Geschehnisse
des Jahres 1948 sind entscheidend in
diesem Kontext, insbesondere da hier
eine entgegengesetzte Wahrnehmung auf
israelischer und arabisch-palästinensischer
Seite festzustellen ist. Während aus
israelischer Sicht von „Unabhängigkeitskrieg“
oder „Befreiungskrieg“ und von der Proklamation
des Staates Israel die Rede ist, wird
derselbe Zeitraum aus palästinensischer
Sicht mit dem Verlust Palästinas und
mit der Vertreibung und Flucht Hunderttausender
Palästinenser aus ihrer Heimat, mit
dem Begriff „Nakba“, das heißt „Katastrophe“
oder „Schicksalsschlag“ assoziiert.
Die palästinensische Gesellschaft, wie
sie vor 1948 bestanden hatte, wurde
grundlegend verändert. Von den ehemals
1,4 Millionen arabischen Einwohnern
des Mandatgebiets Palästina waren rund
700.000 bis 760.000 geflohen oder vertrieben
worden.[2]
Palästinenser leben fortan über die
gesamte Welt verstreut in Europa, den
USA, Kanada, vor allem aber in den arabischen
Nachbarstaaten Jordanien, Libanon, Syrien
und Ägypten, im Gaza-Streifen, der 1950
unter ägyptische Militärverwaltung gestellt
wurde, ferner in der 1948 von Jordanien
besetzten „Westbank“ und als arabische
Minderheit in Israel. Die geographisch
zerstreute palästinensische Gesellschaft
hatte keine Führung, verfügte über keinerlei
gemeinsame institutionelle Basis oder
politische Repräsentation. Palästina
als politische Einheit existierte nicht
mehr, statt dessen
waren zwei neue Staaten entstanden,
Israel und das Haschemitische Königreich
Jordanien[3].
1948 konstituiert damit die zentrale
Zäsur in der palästinensischen Geschichte
des 20. Jahrhunderts und wird als die
letztlich prägende Erfahrung für alle
Palästinenser verstanden, nicht nur
individuell, sondern auch in ihrem kollektiven Bewusstsein.
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Feierliche Erklärung
zum 58. Jahrestag der Staatsgründung
Israels - Günter Schenk -
Am 14 Mai wird
von Menschen in- und außerhalb Israels
der Staatsgründung Israels am 14.
Mai 1948 und seiner Aufnahme in
die Völkergemeinschaft gedacht.
Mit der Anerkennung hatte der junge
Staat die Erfüllung einiger Verpflichtungen
gegenüber der einheimischen Bevölkerung,
dem Recht auf Rückkehr der infolge
der Gründungswirren vertriebenen
palästinensischen Flüchtlinge übernommen.
Seit nunmehr
58 Jahren ist Israel zu einer geachteten
Militärmacht aufgestiegen, hat eine
leistungsfähige Wirtschaft aufgebaut,
hat jedoch keine dieser 1948 übernommenen
Verpflichtungen erfüllt. Die Gleichheitsrechte
der im Lande verbliebenen Palästinenser
wurden nicht in vollem Maße umgesetzt,
die Rückkehr der Vertriebenen wurde
nicht einmal ansatzweise ins Auge
gefasst, sondern vielmehr generell
ausgeschlossen, neue Landaneignungen
nach Staatsgründung bis heute sind
an der Tagesordnung, die Rechte
der Bevölkerung in militärisch nach
1948 besetzten Gebieten wird mit
Füßen getreten, zahlreiche Ermordungen,
Einkerkerungen, Erniedrigungen haben
bei den Palästinensern zu einem
Zustand zwischen Lethargie und sinnloser
Gewalt geführt. Die Lebensbedingungen
in den besetzten Gebieten können
im besten Fall als Überlebensbedingungen
bezeichnet werden. die Bewegungsfreiheit
von Palästinensern wird auf unerträgliche
Weise eingeschränkt, ja, die Entwicklung
hin zu einer lebensfähigen staatlichen
Einheit der Palästinenser wird durch
immer neu geschaffene Tatsachen
dauerhaft unmöglich gemacht. Die
Rückkehr der Vertriebenen wurde
nicht nur niemals ins Auge gefasst,
sondern durch zahlreiche öffentliche
Erklärung aller Regierenden Israels
ausgeschlossen
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Palestinians flee
from the Mediterranean coastal city
of Jaffa in 1948. (UNRWA)
Wussten Sie schon, dass...
es 5 Millionen palästinensische Flüchtlinge
weltweit gibt?
die palästinensischen Flüchtlinge 18% aller
Flüchtlinge auf dieser Erde ausmachen?
diese Menschen zum Teil seit mehr als 50 Jahren,
seit der Staatsgründung Israels also,
ein Flüchtlingsdasein führen?
ein Drittel dieser Flüchtlinge nach wie vor
in Lagern lebt?